Kuchen & Torten

Tauftorte (Wunderkuchen mit Mascarponecreme und Heidelbeeren) – Neuanfang

Dieser Beitrag ist Teil der Bloggerparade der Blogger Village Blogger – lauter tollen Grazer Bloggern, die ich letztens bei einem Treffen in Omas Teekanne in Graz kennen lernen durfte. Das Thema ist Neuanfang, was ich für einen Backblog als schwierig erachte 😛 Aber ich glaube, eine Tauftorte mit einem kleinen Baby drauf passt doch ein bisschen, oder was meint ihr? Ich bin zwar noch nicht Mama, aber ich glaube, dass es sehr wohl einen Neuanfang darstellt, ein Baby zu bekommen. Man muss sich als Frau und als Paar neu definieren. Und für das Kind selbst ist es überhaupt erst der Anfang. Keine Themenverfehlung? Gut! 😀

Vor einiger Zeit hat mich nämlich ein ganz besonderer Mensch nach langer Zeit auf Facebook angeschrieben. Sie war seit der Volksschule und noch lange danach meine allerbeste Freundin. Sie hatte auf Facebook meine Backwerke gesehen und hat mich gefragt, ob ich ihre Tauftorte machen könnte. Ich habe mich total geehrt gefühlt und ihr gleich lauter Google-Bilder geschickt und gefragt, wie die Torte denn aussehen soll. Eine klassische Buchtorte mit Fondant eingeschlagen? Fondantfiguren? Naked Cake? Nach viel Hin und Her hat sie sich schließlich für einen Semi-Naked-Cake entschieden. Fruchtig-frisch sollte die Torte noch werden und für circa 10 Personen sein. Schließlich hat sie im Internet dann noch Fotos von schlafenden Fondantbabys in Riesenblumen gesehen, die ihr auch gut gefielen.

Ich sah viele Schwierigkeiten auf  mich zukommen, sollte es doch eine leichte Creme werden, die garantiert nicht fondanttauglich war. Ewig habe ich überlegt, wie ich dieses Problem lösen könnte, bis mir schließlich Drip Cakes einfielen. Die vom Kuchen tropfende Ganache sollte die Barriere zwischen Sahnecreme und Fondantblümchen werden. Als Kuchen wollte ich mal diesen legendären Wunderkuchen probieren und habe mich für Orangensaft entschieden. Leider wurde der erste Kuchen etwas pappig, was ich auf die Kombi Orangensaft und Backpulver schiebe. Also habe ich beim zweiten Kuchen Natron genommen und nur einen kleinen Teil Backpulver und er wurde wirklich viel besser.

Der Kuchen ist übrigens meiner Meinung nach nur dann für 10 Personen geeignet, wenn es vorher noch ein großes Essen und noch eine zweite Torte gibt. Sonst würde ich eine 26er Form nehmen und die Zutaten verdoppeln. Ich habe jedenfalls eine 20er Form genommen, eine Teighälfte zubereitet und gebacken und dann die zweite Teighälfte zubereitet und gebacken, damit der Teig besser aufgehen kann. Außerdem habe ich den Kuchen am Vortag gemacht und in Frischhaltefolie gewickelt in den Kühlschrank gegeben, damit er wirklich gut abkühlen kann, bis er weiterverarbeitet wird.

Falls ihr auch Fondantdeko machen wollt:
Für die Fondantblumen habe ich einfach normalen Rollfondant ausgerollt und mit einem Blütenausstecher ausgestochen. Und zwar schon eine Woche im Voraus. Für die große Blüte habe ich eine Tasse mit Frischhaltefolie überspannt, die leicht durchhängt und damit eine Mulde bildet, in der die Blume trocknen kann und damit nicht so flach sondern in 3D trocknet. Zwischen die Blütenschichten der großen Blume habe ich kleine Stückchen eines Küchenschwamms gegeben, damit die Blüten abstehen. Die Schwämmchen habe ich dann wieder rausgeholt. Für das Baby habe ich mir eine Silikonmould gekauft, mit Speisestärke ausgepudert und hautfarbenes Fondant hineingepresst. Ein paar Minuten tiefgekühlt lässt sich das Baby leicht herausholen.
Schade, dass die Fotos bedingt durch die Uhrzeit nicht so der Hammer sind :-/ Ich hätte auch noch ein Anschnittfoto, aber ich habe es nicht selbst gemacht und traue mich deshalb nicht, es reinzustellen.

So, nun aber zum eigentlichen Kuchen:

Zutaten für eine Form mit 20cm Durchmesser:

für den Kuchen (am besten auf zweimal backen):
6 Eier
Prise Salz
300 g Zucker
450 g Mehl
220 ml neutrales Pflanzenöl
370 ml Flüssigkeit zB Orangensaft
2 TL Natron
1 TL Backpulver
1 TL Vanilleextrakt

für die Creme:
250 ml Schlagobers
100 g Puderzucker
500 g Mascarpone
175 g Frischkäse Doppelrahmstufe natur
2 EL Kokossirup (optional)

für das Finish:
800 g Heidelbeeren
100 g Erdbeersauce
150 g Candymelts
70 ml Schlagobers

Zubereitung:

Den Backofen auf 175°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Den Boden der Backform mit einem Kreis aus Backpapier bedecken, die Seiten fetten und mehlen.
Die Eier mit der Prise Salz schaumig schlagen, dann den Zucker dazurieseln lassen und auf höchster Stufe 10-15 Minuten sehr hell schaumig mixen. Derweil das Mehl mit dem Natron und dem Backpulver mischen und sieben. Während der Mixer auf mittlerer Stufe weiterschlägt, das Öl, den Saft und das Vanilleextrakt einfließen lassen. Schließlich die Mehlmischung löffelweise dazugeben, dabei weiterrühren lassen. Den Teig in die Form füllen und backen. Ich habe den Teig ja in zwei Hälften gebacken, der halbe Teig hat bei mir 35 Minuten gebraucht. Stäbchenprobe machen und gut abkühlen lassen.

Für die Creme den Schlagobers steifschlagen und kühlen. Den Puderzucker sieben und mit der Mascarpone, dem Sirup und dem Frischkäse cremig schlagen. Den Schlagobers in zwei Schritten unterheben.

Die Heidelbeeren waschen und verlesen.

Nun die Tauftorte zusammensetzen:
Etwas Creme auf die Tortenplatte geben, damit nichts verrutscht. Die Kuchenböden mit einem Sägemesser oder einem Kuchendraht in insgesamt 3 oder 4 Böden teilen (je nachdem ob ihr zwei halbe Teigmengen gebacken habt oder die ganze Menge auf einmal und wie es sich ausgeht).

Den ersten Boden auf die Platte legen, mit Erdbeersauce bepinseln. Einen Teil der Creme gleichmäßig darauf verstreichen und Heidelbeeren darauf verteilen. Die Heidelbeeren etwas in die Creme drücken und noch ein bisschen Creme auf den Beeren verstreichen. Den nächsten Boden nehmen und das Ganze wiederholen. Auf den obersten Boden Creme verstreichen und auch auf den Seiten mit der Creme alle Unregelmäßigkeiten füllen. Mit dem Spachtel überschüssige Creme von den Seiten streifen, damit ihr diesen schicken Semi-Naked-Cake bekommt, man also noch die Kuchenböden sieht, diese aber auch mit ein bisschen Creme bestrichen sind. Ein paar Heidelbeeren für die Deko übrig lassen. Die Torte gut im Kühlschrank durchkühlen.

Für die Candymeltganache die Candymelt hacken und in eine Glas- oder Metallschüssel geben. Den Schlagobers erhitzen, bis er dampft und über die Candymelts geben. Kurz stehen lassen und dann verrühren, bis ihr eine glatte Masse habt. Abkühlen lassen, bis sie dickflüssig ist.

Die Torte aus dem Kühlschrank holen, die Ganache oben darauf geben und an den Seiten runterfließen lassen. Dabei etwas mit einem Löffel runterstupsen. Die Deko und die Heidelbeeren darauf verteilen.

Viel Spaß beim Nachbacken 🙂

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